Zum Bau der Kapelle gibt es keine gesicherten Quellen.

Das Alter der ursprünglich erbauten Kapelle ist nicht bekannt.

 

«Dass diese Kapelle an der Stätte der Wesemlinerscheinung stehe, ist ein Irrtum, der erst im 19. Jahrhundert aufkam. 1603 wurde sie vom Klosterstifter Kaspar Pfyffer erneuert, 1659 durch seine Tochter Anna mit einem Kelch begabt. Nach der Angabe im Schweizerischen Künstlerlexikon malte Hans Georg Krauter d. J. Embleme in der Kapelle. Das ursprünglich zum Wesemlinhof gehörende Heiligtum ist heute Eigentum der Stadtgemeinde.»

 (Literatur: P. Leopold Masarey, Unsere liebe Frau auf dem Wesemlin. Ingenbohl, 1919, S.272 bis 284, S. 46 (fehlerhaft). SKL Bd. 2 S. 192)

 

Geschichte

Beschreibung

«Die im Wald östlich des Kapuzinerklosters Wesemlin stehende Wegkapelle mit gestifteten Gottesdiensten stammt in ihrer heutigen Form wohl aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Dem dreiseitig geschlossenen Bau ist eine unter dem gleichen Dach liegende Vorhalle mit Kreuzgewölben und drei toskanischen Arkaden vorgelagert. Das Innere ist von einer Tonne und einem Klostergewölbe überdeckt, welche mit kraftvoll stukkierten Medallions belebt wird. Der Stuck besteht vor allem aus grossen krautigen Akanthusmotiven, vermischt mit Blütenzweigen. Die Bilder in den Kartuschen stammen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. An den Seitenwänden ebenfalls eine stukkierte Nische mit den bärtigen gefassten Statuetten zweier Apostel, wohl Jakobus d. Ä. und Paulus. Der grau gefasste Altar wird durch zwei ionische Säulen mit gekröpftem Gebälk dreigeteilt. In der Mitte eine schöne, stilistisch in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückweisende Madonna, in Lüstertechnik bunt gefasst. Seitlich die Figuren von Johannes dem Täufer und Johannes Evangelist. Auf dem Gebälk zwei leuchtertragende Engel, im Giebel ovales Bild der Dreifaltigkeit. In dem aus zwei Pfosten und einer Zweibelhaube gebildeten Dachreiter ein Glöcklein mit der Inschrift: SANCTA MARIA ORA PRO NOBIS (!) 1713»

 

Quelle: Die Kunstdenkmäler der Schweiz/Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern

Band II, Die Stadt Luzern, Teil 1 von Adolf Reinle, Verlag Birkhäuser Basel 1953